Werbung im Blog – auch ohne Gewerbeschein?

Foto: maggie / aboutpixel.de

Dem ein oder anderen meiner treuen Leserschaft wird es vielleicht schon aufgefallen sein: Ich habe seit kurzem Werbung auf meiner Seite geschaltet. Das Warum? lässt sich einfach beantworten mit weil ich damit gerne einen Teil meiner Unkosten wieder reinbekommen möchte. Die Frage nach dem Werbeanbieter sollte sich bereits erledigt haben. Google AdSense ist extrem einfach einzurichten und zu verwalten, außerdem sind die Text-Banner sehr gut auf das eigene Design anzupassen und schon eher als dezent zu bezeichnen. Ich denke einfach mal, dass die Werbung niemanden großartig stört, dafür mir ein wenig hilft. (Sollte das doch so sein, würde ich mich über eine Begründung in den Kommentaren freuen, sei es auch nur, dass man Werbung aus Prinzip ablehnt)

Etwas spannender wird es bei der Frage, inwieweit man sich nun mit dem Finanzamt und dem Ordnungsamt dazu auseinandersetzen muss, Stichwort: Gewerbeschein.

An dieser Stelle möchte ich nun meine Erfahrungen damit weitergeben, und damit, denke ich, auch dem ein oder anderen helfen. (Ich bin mir sogar ziemlich sicher).

Da ich kein Rechtsanwalt, Finanzbeamter, oder sonst irgendwas in dieser Richtung bin, gibt es natürlich keine Gewähr, Garantie, Recht auf Richtigkeit oder was euch sonst noch so einfällt. Ich schildere lediglich meine Erfahrungen!

Ich hatte irgendwo im Hinterkopf noch das Wort Gewerbeschein in Verbindung mit Werbung im Blog. Kurz gegoogelt und den Text von damals gefunden: Drüben bei basicthinking.de ging es vor einiger Zeit um das Thema Blogs und AdSense: Gewerbeanmeldung erforderlich? Dort, und in den von ihm verlinkten Artikel, geht es um die Tatsache, dass man einen Gewerbeschein braucht, wenn man auf seinem Blog Werbung anzeigt. Allerdings wird dann im nachfolgenden Artikel AdSense und Gewerbeschein II über Möglichkeiten nachgedacht, wie man eben jenen Gewerbeschein nicht braucht. (Und ja, man will ihn nicht haben!)

Was also tun? Es wird dort von Liebhaberei gesprochen, dass man es nur als Hobby macht. Ein Versuch ist es wert. Ich habe also bei meinem Finanzamt angerufen und dort nachgefragt, wie die das denn sehen. Ich erklärte ihm mein Anliegen, mit dem Hinweis, dass ich nicht vorhabe einen großen Gewinn zu erwirtschaften, sondern dass die Einnahmen im vermutlich einstelligen Euro-bereich liegen werden und lediglich dazu dienen sollen, einen Teil meiner Ausgaben zum Betrieb dieses Hobbys zu decken. Er meinte, dass es bei so geringen Summen kein Problem geben wird, zumal ich eh noch nicht lohnsteuerpflichtig bin, da in der Ausbildung. Ich solle nun das ganze Anliegen noch einmal schriftlich an das Finanzamt schicken, damit es dort für die Unterlagen aufbewahrt werden kann. Sollte ich in Zukunft doch größere Gewinne erwirtschaften, sollte ich mich dann gegebenenfalls noch einmal melden und man würde weitersehen. Ich schrieb also besagten Brief.

Das war der Teil mit dem Finanzamt, gut gelaufen wie ich finde. Nun geht es noch um den Gewerbeschein. Dafür ist das lokale Ordnungsamt zuständig, also als nächstes dort angerufen. Nachdem ich drei mal weitergestellt wurde, weil niemand so genau verstanden hat was ich vor habe und wo mein Problem liegt, hatte ich eine Frau am Apparat, die anscheinend zuständig dafür war, oder zumindest dafür zuständig erklärt wurde. Ich schilderte ihr mein Vorhaben wie ich es schon beim Finanzamt getan hatte und fragte abschließend, ob man dafür einen Gewerbeschein braucht, oder ob es dort eine Ausnahmeregel aufgrund der geringen Summen gibt. Nach Rücksprache mit ihrem Teamleiter und einem Rückruf eine halbe Stunde später (großes Lob dafür!) teilte Sie mir mit, dass ich keinen Gewerbeschein bräuchte, da keine Gewinnerziehlungsabsicht vorliegt, sondern lediglich die Kosten für den laufenden Betrieb gedeckt werden sollen. Da ich aber im Falle eines Falles gerne diese Bestätigung schriftlich haben will, bat ich also um eben jene. Kein Problem, ich solle alles nochmal schriftlich einreichen und dann würde man mir das bestätigen.

Fünf Tage später kam dann tatsächlich die Bestätigung vom Ordnungsamt. Ich zitiere:

[...] da Sie schriftlich versichert haben, dass sie die gewerbliche Tätigkeit nicht mit einer Gewinnerziehlungsabsicht ausüben, sehe ich von der Verpflichtung zur Anmeldung des Gewerbebetriebes gemäß §14 der Gewerbeordnung ab.

Sobald Sie die Tätigkeit mit dem Hintergrund einer Gewinnerzielungsabsicht ausüben, veranlassen Sie bitte die Gewerbeanmeldung. [...]

Mit Unterschrift und Stempel vom Amt. Somit darf ich nun also ruhigen Gewissens die Werbung auf meinem Blog schalten und muss mir keine Sorgen machen um etwaige Anrufe, Forderungen, Rückzahlungen oder ähnliches vom Finanz- bzw. Ordnungsamt.

Daher nochmal der dringende Aufruf an alle diejenigen, die Werbung schalten und keinen Gewerbeschein bzw. eine Freistellung davon besitzen: Holt euch den Schein (wenn ihr viel Geld damit verdient) oder ansonsten fragt bei eurem Ordnungsamt nach einer Freistellung. Man kann sich dadurch eine Menge Ärger ersparen. Allerdings befürchte ich, dass es von Amt zu Amt unterschiedlich sein wird, also einfach mal anrufen und lieb nachfragen.


31. Januar 2010 von Jan
Kategorien: Intern, Sonstiges | 16 Kommentare

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Kommentare (16)

  1. Hi,

    zum Thema Werbung: ich finde werbefreie Blogs einfach schöner, aber gegen eine dezente Werbung, wie du sie hast, ist natürlich nicht viel einzuwenden. :-) Vielleicht kannst du in ein paar Monaten darüber berichten, ob sich das überhaupt lohnt.

    Der Rest des Artikels ist sehr interessant!

  2. @Florian: Danke für’s Lob und den Kommentar!

    Ich stehe Werbung selber auch sehr kritisch gegenüber, was allerdings meistens daran liegt, das sie einfach viel zu aufdringlich und nervig ist. Das wollte ich vermeiden, was ja anscheinend geklappt hat :)

    Ich werde definitiv nach ein paar Monaten mal davon berichten. Ob es sich lohnt und über AdSense allgemein.

  3. Danke für den erhellenden Beitrag!

    Ich wollte demnächst auch Werbung bei cw/de schalten, allerdings warte ich doch noch bis zu meiner Gewerbeanmeldung.

  4. Ich finde die Werbung in ihrem Blog wirklich recht unauffällig und somit auch nicht störend oder irritierend. Zumal ich es gut nachvollziehen kann, dies zum Zwecke der Kostendeckung zu tun….
    Bezüglich Fragen zu einem Gewerbeschein kann ich auf die Seiten der IHK verweisen, die zu diesen Themen umfangreiches Material zur Verfügung stellen, welches die Vorraussetzungen eines Gewerbescheines (bzw. die Fragen, wann man diesen erwerben muss) gut verständlich darlegen.

  5. steuern zahlen ja
    gewerbeschein nein
    das ist mein wissensstand.
    aber wer weiß jetzt wirklich bescheid?

  6. @hugo Steuren muss ich keine zahlen, ebenso keinen Gewerbeschein besitzen, habe ich dich oben auch so geschrieben? *verwirrt*

  7. Selbstverständlich ist Werbung jeglicher Art in einm Blog oder anderen Seiten völlig legitim. Hey, man stellt Leuten kostenlos nützliche Informationen zur Verfügung, die Sie sonst vielleich teuer mit einem Buch o.ä. bezahlen müssten. Will sich da noch jemand beschweren dass die Werbung stört?
    Einziges No Go sind die total aufdringlichen Pop Ups o.ä., Ads sind völlig ok.

    @hugo Steuern zahlen ja, gewerbeschein nein ??
    Wie soll das bitte gehen, wenn ich ein Gewerbe anmelde muss ich selbstverständlich auch Steuern bezahlen. Oder andes, wie soll ich Steuern ohne Gewerbe bezahlen?

  8. Pingback: virtualpixel.de speichert nicht!| virtualpixel.de

  9. Solange Werbung im Blog nicht zu aufdringlich ist, kann man damit schon leben, finde ich.
    Ich glaube, das man nicht unbedingt einen Gewerbeschein dafür braucht und bis 1700 Euro muss man auch keine Steuern zahlen, meine ich. Aber ich bin mir da auch nicht ganz so sicher.

  10. Vielen Dank für die Hinweise und Tipps, die ich direkt in die Tat umgesetzt und unter http://www.ostwestf4le.de verbloggt habe.

  11. Pingback: Ich habe einen Gewerbeschein für mein Weblog beantragt | Ein Ostwestfale im Rheinland

  12. Pingback: Hier könnte Ihre (Schleich-)Werbung stehen! » mySHA.de

  13. Ich finde deinen Artikel sehr interessant. Es ist doch immer wieder erstaunlich welcher (langwierige) Papierkrieg oft für Kleinigkeiten von unseren Behörden verlangt wird. Bezüglich deiner Frage ob die Werbung stört kann ich dich aber beruhigen. Du hat ja nur etwas Werbung dezent untergebracht. Es wird auch nicht für unseriöse Angebote geworben. Ich bin mir sicher das hierfür jeder Verständnis hat. Es müssen ja auch Kosten gedeckt werden und du hast ja auch Arbeit mit dem Blog. Schlimm finde ich es nur in manchen anderen Blogs wo man vor lauter Bannern und Animationen den eigentlichen Inhalt kaum noch findet und für allen unseriösen Schrott Werbung gemacht wird. Eine Auflistung von Negativbeispielen erspare ich mir hier mal…

  14. Schön das die Sache mal geklärt ist, habe mir die Fragen mit den Steuern und Gewerbeschein auch schon mal gestellt. Mittlerweile habe ich wieder sämtliche Werbung aus meinem Blog verbannt, da sie mich selbst gestört hat und die Einnahmen jetzt auch nicht so berauschend waren. Ich kann hier jetzt auch keine direkte Werbung erkennen. Mir gefällt, auch wenn ich natürlich weiß, dass viele Blogs ohne Werbung nicht mehr existieren können. Aber wenn Werbung, dann bitte dezent und keine Layer, das geht ja gar nicht.

  15. Hallo :)
    Vielen Dank für die Tipps! Ich habe zwar auch Werbung auf meinem Blog, verdiene aber überhaupt nichts damit. Alles nur aus Freundlichkeit auf nette Anfragen von Bekannten… Naja, wahrscheinlich wird es mir, wenns hart auf hart kommt,niemand glauben…

    Schöne Grüße

  16. Dezente Werbung auf Blogs stört eigendlich nicht. Schließlich ist es ja auch das Recht des Blogger für seine Arbeit, die bei erfolgreichen Blogs nicht zu unterschätzen ist ein kleines Taschengeld zu bekommen.

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