Webentwicklung: Komodo Edit
Früher habe ich KDE genutzt und Quanta+ als Webentwicklungsumgebung zu lieben gelernt. Nun benutze ich Ubuntu mit Gnome. Wie ich schon in einigen Artikeln erwähnt habe, bin ich alleine aus optischen Gründen (gut, QT4 Anwendungen seien hier mal ausgenommen danke QGTKStyle) kein großer Freund von QT-Anwendungen unter Gnome. Daher schied Quanta+ erstmal aus.
Also mal geschaut was sich so an GTK Webeditoren auf dem Markt tummelt. Da wäre ganz zu Anfang der gute alte Texteditor gedit, aus dem Gnome Projekt. Mit ein paar Plugins, und richtigen Einstellungen lässt er sich schon ganz gut als Webentwicklungs IDE umfunktionieren. ( Customizing gedit as a Web Developer’s IDE ). Allerdings ist dies auch nicht der Weisheits letzter Schluss, da solche Sachen wie Code-Completion und Debugging fehlen, bzw. nur sehr rudimentär oder umständlich umgesetzt sind.
Gnome selbst bringt natürlich auch einen Webeditor mit, er nennt sich Bluefish. Allerdings hat auch er keine Code-Completion. Sehr ärgerlich! Und was die Projekte bringen, die man anlegen kann, weiß ich bis heute noch nicht. Richtig warm geworden bin ich auf jeden Fall nie mit Bluefish.
Ausserdem wäre da ja noch der Alleskönner Eclipse, aber auch damit wurde ich noch nie so richtig warm, jedenfalls nicht in Form einer Webentwicklungsumgebung.
Zahlreiche weitere Alternativen listet das ubuntuusers.de Wiki auf: Webeditoren
Dort bin ich dann auch auf den Editor Komodo Edit aufmerksam geworden. Ich zitiere mal aus dem Wiki:
Neben der hervorragenden Unterstützung von Skriptsprachen, speziell derer, die für die Webprogrammierung genutzt werden, hat das Programm eine exzellente Unterstützung von HTML / CSS / AJAX / Javascript + diverser Bibliotheken. Außerdem ist ein Firefox (eine Mozilla-Engine) zur schnellen Vorschau integriert. Die Community hat sich auf die Fahnen geschrieben, die IDE als Nr. 1 für die Entwicklung von Web 2.0 – Websites und der Arbeit mit Webframeworks zu machen (Django, Ruby on Rails, Turbogears – Unterstützung).
Die IDE ist für eine Vielzahl von Sprachen geeignet, was die Code-Completion und das Syntax-Highlighting angeht, hat ihre Stärken aber vor bei der Programmierung mit Skriptsprachen wie Python, Perl, Ruby oder PHP. Auch auf die Programmierung in HTML, CSS und JavaScript wird großen Wert gelegt. Hier spielt das Mozilla-Toolkit, auf dem die Oberfläche programmiert wurde, ihre Stärken aus – man kann mit einem Klick die Webseite im eingebetteten Firefox betrachten.
Das klingt doch schonmal gut! Das Projekt basiert auf der Komodo IDE, quasi dem großen Bruder von Komodo Edit. Diese ist 2007 als Open Source freigegeben wurden und nach und nach fließen diese Sachen nun alle in die kostenlose Edit-Version ein.
Die Installation, wie im uu.de Wiki beschrieben klappte Reibungslos. Deswegen verzichte ich an der Stelle mal auf Einzelheiten und springe gleich zum nächsten Kapitel, der Benutzung.
Komodo basiert auf der Mozilla Engine. Das hat einen Vor- und einen Nachteil: Es passt sich nicht 100%ig in Gnome ein, aber doch in einem Maße, in dem es mir nicht unangenehm auffällt, eigentlich gar nicht. Allerdings ist Komodo Edit plattformunabhängig, läuft also unter Windows, Linux und Mac OSX!
Beim Aufrufen des Programmes begrüßt einen die “Start Page”:
Hier bekommt man Tipps, Tutorials und Infos zu Komodo Edit, eine Internetverbindung vorausgesetzt, sog. Quick Links für einen Konfigurations Check und man kann Sample Files öffnen, dazu gleich mehr.
Ausserdem werden einem “Recent Projects and Files” angezeigt, also zuletzt geöffnete/bearbeitete Dateien und Projekte. Alternativ gibt es auch die Möglichkeit ein neues Projekt oder eine neue Datei anzulegen.
Die eben angesprochenen “Sample Files” sind gerade am Anfang sehr nützlich. Sie zeigen nämlich anhand jeder unterstützten Programmiersprache in Kommentaren und Codebeispielen was Komod Edit alles zu leisten vermag. Als Beispiel erwähne ich hier mal Background Syntax Checking, AutoComplete und Call Tipps für PHP:
# Background Syntax Checking: # - Syntax errors are underlined in red. # - Syntax warnings are underlined in green. # - Configure PHP Preferences to customize errors and warnings. # - Position the cursor over the underline to view the error or warning # message. # AutoComplete: # - On a blank line below, enter "pri". # - When you type the "i", Komodo lists functions starting with "pri". # - Press 'Tab' to complete the function name. # CallTips # - On a blank line below, type "print_r", followed by an open parenthesis "(". # - Komodo lists the parameters for calling print_r().
Und es funktioniert wirklich super! Es wäre jetzt mühselig alle Funktionen von Komodo Edit für alle die vom ihm unterstützten Sprachen aufzulisten. Ausserdem haben das ActiveState, die Macher von Komodo Edit schon freundlicherweise für mich übernommen ;)
Komodo Edit – Feature Overview
Ich kann im Großen und Ganzen Komodo Edit uneingeschränkt empfehlen! Es bietet, zumindest mir, alles was ich zum Entwickeln von Websiten mit PHP, HTML, CSS und Javascript/Ajax brauche! Meiner Meinung nach, ist das Momentan einer der besten Webentwicklungsumgebungen für Gnome. Probierts einfach mal aus…

Radfahrer, Jogger, Fachinformatiker, Internetjunkie, 1983er, Blogger, HuWAG, Applejünger, Nichtraucher, Canon 450D, iPhone, Hannover, Schokolade, Californication, Friends, HIMYM, Dexter, TAAHM, Linux






Kommentare (4)
Hi, Komodo Edit ist nicht schlecht, das stimmt. Allerdings ist es auch ziemlich aufgeblasen und kann sich schon fast mit Eclipse messen was den Ressourcenhunger angeht. Auf aktuellen Rechnern sicher kein Problem, aber auf älteren schon
Klingt ganz gut. Es sei noch erwähnt, das geany eine nette kleine gtk-Alternative ist, die zumindest schonmal html- und xml-tags schließen kann, auch Variablennamen vervollständigt und eine Funktionsübersicht anbietet.
Sollte ein Traum wahr werden? Deine einführenden Worte kann ich nur unterschreiben. Auch ich habe noch nicht DEN Editor gefunden. Und mir ging es 100% wie Dir. OK, ich teste mal …
Danke für den Tipp!
Hallo..
Ach, das freut mich, das ich mit meinem Text im Ubuntuusers-Wiki eine weitere Person für diese tolle IDE begeistern konnte.. ;)
Ich bin schon auf die weitere Entwicklung unter dem Codenamen “Open Komodo” gespannt, hier sollen nach und nach alle Features auf der kommerziellen IDE auf die Open-Source-IDE übertragen werden, um irgendwann beide Versionen zu verschmelzen und zusammen mit der Community alles gemeinsam entwickeln.
Bei Aptana unter Eclipse läuft das leider momentan andersrum, von daher wird es in Zukunft ein großes Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Eclipse (Aptana) und Komodo.
Gefreut habe ich mich jedenfalls über ein vereinfachtes Colorscheme – Erstellen. Schon kurz danach waren viele weitere Colorschemes verfügbar, die vom Niveau her mit Textmate ebenbürtig sind.
@onli: Das macht aber schon der mitgelieferte Gnome Editor gedit, man braucht also gar nichts installieren, wenn man nur die von dir genannten Optionen nutzen will. Einfach ein paar Plugins in Gedit aktivieren und los gehts.